Begrüßung - »Gott mit uns !« Das schwierige Erbe des Nationalprotestantismus

  • 20 views

  • 0 comments

  • 0 favorites

»Gott mit uns !«
Das schwierige Erbe des
Nationalprotestantismus
Die Potsdamer Garnisonkirche, deren Kirchturm gegenwärtig
wieder aufgebaut wird, steht nach Ansicht der Bauherr*innen
für » christlich verantwortetes Handeln für die Gemeinschaft,
für die Verbindung von christlichem Glauben und
›preußischen Tugenden.‹« Was ist damit gemeint? Und ist die
Begründung für die Wiedererrichtung der Garnisonkirche als
nationaler Erinnerungsort der Bundesrepublik Deutschland
überzeugend?
Das Symposium will die Frage nach dem Zusammenhang von
Nationalismus und Protestantismus erörtern. Kann der »Mythos
Preußen« auch unter demokratischen Bedingungen eine
Rolle spielen und inwieweit kommt in ihm nationalprotestantisches
Gedankengut zum Tragen?
Neben den historischen Gegenständen sollen bei der zweitägige
Konferenz Anfang Oktober 2021 ideologische Fragen
zum Verhältnis von Religion und Politik zur Sprache kommen.
Das Symposium will ein allgemeines Publikum ansprechen,
die Einzelvorträge der ausgewiesenen Expertinnen werden
mit Kommentaren und moderierten Diskussionen in einen
allgemeineren Zusammenhang gerückt.
Schließt den ersten Tag eine Podiumsdiskussion ab, soll es
am zweiten ein auf eine breite Öffentlichkeit abzielendes Gespräch
über die Bedeutung von christlichen Nationalsymbolen
in der Gegenwart geben.
Das Programm
Freitag, 1. Oktober
13.30 Uhr Begrüßung
Die Ehe von Thron und Altar
Die protestantische Kirche legitimierte erst in Preußen und
dann im Deutschen Reich die monarchische Herrschaft als
gottgegeben. Kirche, Staat und Militär gingen eine enge
Verbindung ein. Gemeinsam galt ihnen das Christentum als
Motivation und Begründung von Kriegen und eines übersteigerten
Nationalismus.
13.50 Uhr Tillmann Bendikowski: Gottes Krieger und der
Glaube an die Unbesiegbarkeit
14.30 Uhr Karsten Krampitz: Der Nationalprotestantismus
als preußische Erbschaft
15.00 Uhr Diskussion
15.30 Uhr Pause
Nationalismus und Rassismus im Namen Christi
Seit Mitte des 19. Jahrhunderts propagierte der deutsche
Nationalprotestantismus völkisches, antisemitisches und
antidemokratisches Ideengut. Darauf aufbauend legitimierte
der preußische Generalsuperintendent Otto Dibelius mit
seiner Predigt zum Tag von Potsdam die nationalsozialistische
Machtergreifung seitens der evangelischen Kirche.
15.50 Uhr Andreas Pangritz: Die Auseinandersetzung
zwischen Otto Dibelius und Karl Barth
16.20 Uhr Manfred Gailus: Otto Dibelius und der
Nationalsozialismus
16.50 Uhr Diskussion
17.20 Uhr Pause
17.40 Uhr Agnieszka Pufelska: Antipolonismus
18.10 Uhr Micha Brumlik: Antisemitismus
18.40 Uhr Pause
19.00 Uhr Das schwierige Erbe des Nationalprotestantismus
Die Garnisonkirche Potsdam war das bedeutendste Symbol
des Nationalprotestantismus. Wie geht ihr begonnener Wiederaufbau
mit diesem Erbe um?
Eingangsstatements: Wolfgang Huber und Hajo Funke,
Abenddiskussion mit Podium: Wolfgang Huber, Hajo Funke,
Micha Brumlik, Agnieszka Pufelska, Christan Staffa
Moderation: Renata Schmidtkunz
Samstag, 2. Oktober
Militärseelsorge im Konflikt
Seit der Entstehung des deutschen Reiches predigten
Militärpfarrer Gehorsam und Gewalt, zelebrierten Krieg und
Heldentod. Die Wiedereinführung der Militärseelsorge ab
1957 führte zu grundsätzlichen Kontroversen, die nach der
Wiedervereinigung 1990 erneut aufbrachen.
10.00 Uhr Hermann Düringer: Militärseelsorge in den
Kolonialkriegen in China und Deutsch-Südwest
10.30 Uhr Dagmar Pöpping: NS-Wehrmachtsseelsorge
und der Krieg gegen die Sowjetunion
11.00 Uhr Angelika Dörfler-Dierken: Militärseelsorge in
der Bundeswehr
11.30 Uhr Diskussion, Moderation: Renata Schmidtkunz
12.30 Uhr Mittagspause
Rechtes Christentum und Staatsräson
Der Nationalprotestantismus positionierte sich bereits im
Kaiserreich gegen Liberalismus, Demokratie und Sozialismus.
Nach 1945 fiel es der evangelischen Kirche schwer, sich mit
ihrem eigenen Erbe kritisch zu befassen, während die Neue
Rechte versucht, diese antidemokratischen Traditionen wiederzubeleben.
13.30 Uhr Horst Junginger: Antikommunismus und Antisäkularismus
im Wandel der politischen Systeme
14.00 Uhr Tetyana Pavlush: Vergangenheitsbewältigung in
der evangelische Kirche nach 1945
14.30 Uhr Philipp Oswalt: Nationalprotestantismus in der
Neuen Rechten
15.00 Uhr Diskussion, Kommentar: Jörg Müller
Moderation: Renata Schmidtkunz
16.00 Uhr Pause
16.30 Uhr Christliche Nationalsymbole heute
Auch heute noch versteht sich der deutsche Staat als christlich
geprägt. Dazu gehört, dass mit nationalen Bauprojekten
wie der Garnisonkirche Potsdam oder der Kuppel des Berliner
Schlosses Nationalsymbole rekonstruiert werden, welche
ganz bewusst christliche Werte verkörpern sollen.
Impulsstatement von Gabriele Dolff-Bonekämper,
Gesprächsrunde mit Eckart Conze, Gabriele
Dolff-Bonekämper, Wieland Niekisch, und Mike Schubert,
Moderation: Liane von Billerbeck
18.00 Uhr Schlusswort: Micha Brumlik

Tags:

Mehr Medien in "Veranstaltungen"

0 Kommentare

Es gibt noch keine Kommentare. Fügen Sie einen Kommentar hinzu.

Video CMS powered by ViMP (Corporate) © 2010-2022